Zeitrafferaufnahmen: LRTimelapse Pro-Timer Nachbau inklusive 3D-Druck

Aktualisiert: 26. Aug 2018


Da mich viele Facetten der Fotografie interessieren, unter anderem auch Zeitraffer-Aufnahmen, habe ich das spannende Projekt von gwegner aufgegriffen: Den Selbstbau eines Intervallauslösers für DSLR-Kameras. Dies ist ein kleiner Kasten, der auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt wird und anschließend über ein Kabel mit der Spiegelreflexkamera verbunden wird. Den Timer kann man über kleine Druckknöpfe direkt bedienen und so ein Intervall einstellen, in dem die Kamera ausgelöst wird, zum Beispiel alle 5 Sekunden. Die Aufnahmen, die dann in einem Zeitraum von z.B. 30 Minuten entstehen, können mittels Software zu einem Video aneinander gereiht werden. Der große Vorteil: Die Kamera kann zwischen den Aufnahmen noch ganz normal weiter bedient werden, zum Beispiel kann man die Belichtungszeit oder den ISO-Wert verändern.


Da auf der oben verlinkten Seite alle wichtigen Informationen zum Nachbau des "Pro-Timers" angegeben sind, möchte ich hier nur auf ein paar Tipps und Tricks und meine Vorgehensweise inklusive eigenem 3D-Print des Gehäuses eingehen.


1. Schritt: Der Druck des Timer-Gehäuses

Ich habe das Glück, dass ein Freund von mir seit Kurzem einen eigenen 3D-Drucker (Anycubic I3 Mega*) besitzt und er bereit war, mir das Gehäuse des Timers zu drucken. Das klingt einfacher als gedacht und lief in Wirklichkeit parallel zum Bau des Timer-Innenlebens, da es einige Versuche brauchte, bis ein stabiles und schönes Gehäuse das Druckergebnis war. Die Schwierigkeit besteht darin, das passendste Material und die richtigen Druckparameter zu finden. Warum führe ich den 3D-Druck trotzdem als 1. Schritt an? Weil ich jedem empfehlen würde, schon vor dem Löten der Innenkomponenten das Gehäuse vor sich zu haben. So wählt man direkt die richtigen Kabellängen und muss nicht später umständlich neu verlöten, weil man die Kabel zu kurz oder lang gewählt hat. Für mich war der Druck eine völlig neue Erfahrung und ich bin beeindruckt, was mit einem Gerät für knapp über 400€ bereits alles möglich ist.


2. Schritt: Zusammenbau der Timerkomponenten

Für den Timer braucht man diverse Komponenten wie einen Mikrokontroller (Arduino) und ein LDC-Display-Shield. Zudem lötet man sich eine kleine Schnittstellen-Platine selbst. Auch wenn ich einige Jahre nicht mehr gelötet habe hat es doch ganz gut geklappt. Die größte Schwierigkeit war für mich, die Platine und Kabel so zu platzieren, dass alles in das Gehäuse passt. Auch hier ein wichtiger Tipp: Macht Euch zuerst über die Anordnung der Komponenten Gedanken und kümmert Euch danach um die Verbindungsbuchse und den An/Aus-Schalter an der linken Gehäuseseite. Das Loch für die Klinken-Buchse habe ich mir mit einem ganz normalen Metallbohrer in der passenden Größe gebohrt. Etwas schwieriger ist die Aussparung für den Schalter. Hier habe ich mir zunächst zwei Löcher mit etwas Abstand gebohrt und dann mit einer Metallsäge, bei der man die Sägeblätter tauschen kann, ein Rechteck gesägt.

Nach dem 3D-Druck sollte man sich die Zeit nehmen, kleine Unebenheiten und abstehende Kunststofffasern mit einem feinen Schleifpapier oder mit einer Pfeile zu beseitigen. Das fertig zusammengeschraubte Gehäuse sieht dann so aus:


3. Schritt: Die Steckverbindung für den Blitzschuh

Auf der Unterseite des Gehäuses gibt es eine Steckverbindung, die mit dem Unterboden verbunden werden muss. Bevor man das macht ist es ratsam, die Steckverbindung ein mal ohne das Gehäuse auf den Blitzschuh der Kamera zu stecken. So kann man testen, ob man nicht noch vor dem Verkleben der Komponenten etwas Plastik abschmirgeln muss. Sonst kann es sein, dass sich der Timer am Ende nicht oder nur sehr schwer auf die Kamera stecken lässt. Verklebt habe ich die Steckverbindung und das Gehäuse mit UHU Modellbaukleber*.


Der fertige Timer auf dem Blitzschuh meiner Drittkamera montiert:


Jetzt warte ich auf gutes Wetter in nächster Zeit. Für einen Timelapse-Fotografen bedeutet das: ein paar ziehende Wolken am Himmel und ein Sonnenauf- oder Sonnenuntergang mit schönem Licht.


Update 26.08.: Eins meiner ersten Timelapse-Videos, zusammengesetzt aus über 400 einzelnen Fotos. Aufgenommen im Griffith Park von Los Angeles zum Sonnenuntergang.






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